Wo liegt eigentlich Palmares ?

"Zu Anfang des 17. Jh. gründeten von Plantagen portugiesischer und holländischer Großgrundbesitzer entlaufene Sklaven, die das tägliche grauenhafte Martyrium nicht mehr ertragen konnten im Nordosten Brasiliens die unabhängige Republik Palmares. Über ein Jahrhundert lang konnten Dutzende von Expeditionszügen dieses Reich nicht einnehmen. Es war und blieb ein Symbol der Freiheit organisiert nach afrikanischer Tradition." aus: Dirk Hegmans, Palmares.

Die Republica dos Palmares war eine unabhängige Siedlung mit über 30.000 entflohenen Sklaven. Diese hatten gegen die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen auf ihrer Zuckerrohrplantage rebelliert. Im schwer zugänglichen Urwald versteckten sie sich und errichteten einen Quilombo, eine Fluchtburg. Durch die holländische Invasion ab 1621 war die Küste des Nordosten in Unruhe, die Militärs und Sicherheitskräfte der Plantagen beschäftigt, was vielen Sklaven die Flucht erleichterte. Ab 1635 ließen sich die ehemaligen Sklaven in Palmares nieder und ein mächtiges Heer unter dem legendären Zumbi brachte den Kolonialtruppen insgesamt einige Dutzend Niederlagen bei. Wer mehr über Palmares wissen möchte, sollte den oben zitierten Roman des Soziologen und Autors Dirk Hegmanns zur Hand nehmen. Die Geschichte der Republik Palmares wird hier auf spannende Weise dargelegt. (Leider wird das Buch meines Wissens momentan nur im Verlag Bastei Lübbe aufgelegt).

Ausserdem ist vom gleichen Autor ein Capoeira Lese-und Übungsbuch erschienen. Capoeira (heute ein Sport und eine Lebensphilosophie in Brasilien) ist die Kampfform, mit der sich im Brasilien des 17. Jh. die Sklaven aus der Knechtschaft der Arbeit in den Zuckerrohrfeldern befreiten. Mehr darüber ist zu lesen in:
Dirk Hegmanns: Capoeira - Die Kultur des Widerstandes. Ein Lese- und Übungsbuch.
Stuttgart: Schmetterling Verlag.

"Mein Gott was machst du da so schrecklich zugerichtet, wie ich dich hier vorfinde mein Freund?" fragte ihn Candide in holländischer Sprache. "Ich warte auf meinen Meister, Herr Vanderdendur, den berühmten Händler", antwortete der Neger. "Hat dich Herr Vanderdendur so zugerichtet?" fragte Candide "Ja, mein Herr, das ist üblich. Jedes Jahr gibt man uns als einzige Bekleidung eine kurze Hose aus Stoff; wenn wir in den Zuckermühlen arbeiten und ein Finger gerät zwischen die Mahlsteine, dann schneidet man uns die Hand ab; wenn wir flüchten wollen, schneidet man uns das Bein ab; ich habe mich in beiden Lagen befunden: Zu diesem Preis essen sie in Europa Zucker."

Voltaire
Candide oder Der Optimismus, 1759